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Dissertation: "Langfristige Wirkungen der Landnutzung auf den Stoffhaushalt in der Dithmarscher Geest seit dem Neolithikum"

Zur Rekonstruktion vergangener Landschaftszustände wurden sedimentologisch-pedologische Untersuchungen (Aufschlüsse, Bohrungen, Labor- und Literaturanalysen) durchgeführt. Durch die Applikation geoarchäologischer Methoden wurde der Kenntnisstand für die Umgebung von Albersdorf (Schleswig-Holstein, Deutschland) erweitert. Vier Landschaftsausschnitte wurden entlang des Gieselautals nahe Albersdorf untersucht. Stratigraphien wurden für die Untersuchungsgebiete erstellt. Wichtige neue Erkenntnisse zur holozänen Klima-, Landnutzungs- sowie Boden- und Reliefgeschichte konnten erarbeitet werden.
Vor mehr als 6.000 Jahren bewirkten im Raum Albersdorf Rodungen, Ackerbau und Viehhaltung den Wandel von Natur- zu Kulturlandschaften. Waldweide begünstigte die Etablierung von Heidevegetation. Und die Entwicklung von gut ausgebildeten Podsolen, deren kurze Entwicklungszeiten nicht auf klimatische Fluktuationen zurückgeführt werden können. Anfangs hatte die landwirtschaftliche Lebensweise nur lokale Effekte, die Menschen lebten auf Rodungsinseln im Wald, auf denen sich die wenigen Häuser und kleinen Ackerflächen befanden. Ab dem Mittelneolithikum (ca. seit 5.300 Jahren) konnte ein Landschaftswandel im größeren Umfang für das Gieselautal festgestellt werden. Ein frühes starkes Erosionsereignis, das durch menschliche Tätigkeit ermöglicht worden war, wurde für das Endmesolithikum nachgewiesen.
Seit Beginn der Neuzeit wurden mit dem zunehmenden Bevölkerungswachstum alle Flächen in die Kulturlandschaftsentwicklung einbezogen. Eine strukturreiche Siedlungslandschaft entstand. Bemerkenswert ist das geringe Ausmaß an mittelalterlicher und neuzeitlicher Bodenerosion. Hier belegen die durchgeführten Untersuchungen einen hohen Waldanteil im untersuchten Raum, der einen im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Standorten langen geomorphodynamisch stabilen Zeitabschnitt verursachte.

Eine gedruckte Ausgabe der Arbeit kann beim Sekretariat des Ökologie-Zentrums der Christaian-Albrechts-Universität zu Kiel erworben werden.

PDF-Version (6,27 MB)

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© by Stefan Reiß, letzte Aktualisierung 10.07.2006