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Diplomarbeit: "Landschaftsentwicklung in Dithmmarschen"


Mit dieser Diplomarbeit wurde die prähistorische Landschaftsentwicklung exemplarisch an einem Standort in Dithmarschen untersucht. Hierbei wurde vor allem die Bodenerosion in prähistorischer Zeit in Abhängigkeit zur Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte untersucht. Zur Erstellung dieser Arbeit wurden Ergebnisse aus bodenkundlich-geoökologischen Geländemethoden mit Ergebnissen aus der regionalen Archäologie zur Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte zusammengeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass im Spätglazial eine geringe Veränderung der Oberfläche stattfand. Diese wurde durch die wechselnden Witterungsbedingungen hervorgerufen. Es entwickelte sich ein Rinnensystem, dass im weiteren Verlauf des Spätglazials wieder verfüllt wurde. In diesem Zeitraum konnten auch natürliche Waldbrände nachgewiesen werden. In der nacheiszeitlichen Phase vom Anfang des Paläolithikums bis in das Frühneolithikum liegt eine Phase der geomorphodynamischen Stabilität vor. Sie ist geprägt durch intensive Bodenbildung. Eine Heidelandschaft führte im Mittelneolithikum zur Podsolierung des Bodens. Für den weiteren Verlauf des Mittelneolithikums konnte eine Phase geomorphodynamischer Aktivität nachgewiesen werden. Diese steht im Zusammenhang mit dem siedelnden Menschen und dem Beginn des Ackerbaus. Durch Nutz- und Brennholzbedarf und dem steigenden Bedarf an Ackerflächen kam es zu lokalen Lichtungen des Waldes. Es kam auf den instabilen Oberflächen im untersuchten Einzugsgebiet zur Bodenerosion. Dadurch wurde in der untersuchten Delle ein bis zu 25 cm mächtiges Kolluvium abgelagert. Im folgenden Zeitabschnitt kam es zur erneuten Stabilisation mit einer Bodenbildung. Danach konnte eine erneute Phase geomorphodynamischer Aktivität nachgewiesen werden und es wurde ein weiteres, nur ca. 25 cm, mächtiges Kolluvium am Ende des Spätneolithikums bzw. in der frühen Bronzezeit abgelagert. Nach zwischenzeitlicher Nutzungsaufgabe wuchs ein Wald heran. Durch die intensive Waldnutzung bzw. Degradation zur Weide versauerte der Boden. Es kam zur Podsolierung und danach zur erneuten ackerbaulichen Nutzung des Gebietes während der Bronze- und Eisenzeit. Durch erneuten Bodenabtrag kam es zur Nutzungsaufgabe des Gebietes. Als Besonderheit für das untersuchte Gebiet ist die geomorphodynamische Stabilität für den gesamten Zeitraum vom Mittelalter bis in die Neuzeit hervorzuheben.

Details zum Gesamtprojekt


Eine PDF-Version kann auf Anfrage zugesandt werden.

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© by Stefan Reiß, letzte Aktualisierung 10.07.2006